Der Holzberg ist noch immer nicht gerettet

von Lutz Zybell (DAV-Landesverband Sachsen)

21.02.2023

Der Kampf um die Rettung der Biotope und Klettermöglichkeiten im ehemaligen Steinbruch Holzberg bei Leipzig geht mittlerweile ins 5. Jahr.

Wir bitten alle Naturfreunde und Bergsportler unsere Bemühungen zur Rettung des Holzberges zu unterstützen, indem Ihr Euch an der Petition beteiligt!

Der Kampf um die Rettung der Biotope und Klettermöglichkeiten im ehemaligen Steinbruch Holzberg bei Leipzig geht mittlerweile ins 5. Jahr. Auch wenn es in der heutigen Zeit nahezu unglaublich erscheint: Die Gefahr, dass aus einem unglaublich artenreichen Refugium eine Deponie für Erdstoffe wird, ist aktuell sehr groß. Der Sächsische Oberbergamt möchte nach wie vor gemeinsam mit dem Eigentümer, der KAFRIL Service GmbH, eine veraltetete und unvollständige Verfüll-Genehmigung von 1997 neu zum Leben erwecken. Anfang der 2000er Jahre gab es im Holzberg illegale Verfüllungen mit Bauschutt, wobei Grenzwerte von giftigen Substanzen nachweislich überschritten wurden. Daraufhin kam es 2006 zu einer vollständigen Einstellung jeglicher Verfüll-Tätigkeiten. Seitdem hat sich im Holzberg ein Flachwasserbereich ausgebildet, der zusammen mit den umliegenden Felswänden Heimat unzähliger geschützter Arten – wie Knoblauchkröte, Schlingnatter, Zaun- und Mauereidechse – ist und auch für über 100 Vogelarten als Brut-, Rast- und Jagdgebiet dient.

Letztes Jahr hat das Aktionsbündnis zur Holzberg-Rettung eine Petition und eine Spendenaktion für die Rettung des Holzberges gestartet. Bei der Petition haben mittlerweile ca. 35.000 Menschen unterzeichnet und sie läuft noch bis Mitte April 2023. Durch dieses außerordentlich große öffentliche Interesse hat es der Holzberg auch in den Sächsischen Landtag geschafft. In zwei Sitzungen des Wirtschaftsausschusses wurde das Thema Holzberg intensiv diskutiert und das Oberbergamt musste im Landtag Stellung beziehen zu den Versäumnissen der Vergangenheit.

Aktuell ist der Holzberg durch den Eigentümer leider immer noch fürs Klettern gesperrt. Mit Unterstützung des Sächsischen Ministerpräsidenten konnte ein Ersatzstandort für die Erdmassen der Firma KAFRIL in einem alten Tagebau unweit von Leipzig gefunden werden. Leider hält KAFRIL bisher trotzdem daran fest, den Holzberg verfüllen zu wollen. Damit würde der Holzberg, der mit seinem optimalen Gefüge aus unterschiedlichen Habitaten ein einzigartiges Trittsteinbiotop darstellt, zerstört werden und eine große Chance für die Stärkung der Biodiversität in der „nordsächsischen Agrarwüste“ wäre verloren.

Aktuell deutet alles darauf hin, dass das Oberbergamt und die Firma KAFRIL mit einem neuen Abschlussbetriebsplan die illegalen Verfüllungen der Vergangenheit zum einen legalisieren und zum anderen ein neues bergbauliches Verfüll-Vorhaben schaffen wollen, was vor mehr als 15 Jahren eingestellt wurde. Leider geben sowohl Umwelt- als auch Wirtschaftsministerium zu Protokoll, dass sie in dieses Genehmigungsverfahren beim Oberbergamt nicht eingreifen könnten. Auch eine durch den BUND Sachsen angeregte Ausweisung des Holzberges als Flächennaturdenkmal wurde abgelehnt.

Um den öffentlichen Druck noch weiter zu erhöhen, bitten wir alle Naturfreunde und Bergsportler unsere Bemühungen zur Rettung des Holzberges zu unterstützen, indem Ihr Euch an der Petition beteiligt und in Euerm Umfeld bis Mitte April bitte noch einmal kräftig Werbung dafür macht. Sollte es darauf hinauslaufen, dass wir gerichtlich gegen eine mögliche Genehmigung der Verfüllung vorgehen müssen, braucht es dafür ein ausreichend großes finanzielles Polster. Mit einer Spende auf das Konto der BUND-Ortsgruppe Böhlitz– auch kleine Beträge helfen ungemein – könnt Ihr die Rettung der Biotope und Klettermöglichkeiten im Holzberg tatkräftig unterstützen.

Dieses Jahr ist das entscheidende Jahr für die Rettung des Holzberges – es liegt an uns, ob eine alte Bergbauzulassung zur Zerstörung einer der artenreichsten Lebensräume Sachsens und gleichzeitig eines der schönsten Klettergebiete Mitteldeutschlands führt, oder wir uns erfolgreich für deren Erhalt einsetzen.